Dienstag, Mai 13th, 2008
Schallplatten
Für die Jüngeren unter uns, die ausschließlich mit CDs aufgewachsen sind: Schallplatten sind runde, in der Regel schwarze – stellenweise auch farbige Scheiben, auf denen Töne aufgezeichnet sind. Zu Beginn der Schallplattenherstellung wurden die Tonträger zunächst aus Schelllack hergestellt, später aus Vinyl. Die Signale sind in einer spiralförmig zum Mittelpunkt der Schallplatten verlaufenden Rille gespeichert und bei der Wiedergabe mit einem Tonabnehmer abgetastet und darin in mechanische und danach in elektrische Schwingungen verwandelt, die über einen Lautsprecher wiedergegeben werden.
In Grammophonen erfolgte die Wiedergabe direkt durch die mechanische Anregung
einer Membran mit einer in der Rille laufenden Nadel.
Vorläufer der Schallplatte war eine von Thomas Alva Edison entwickelte Wachswalze mit wendelförmiger Tonspur gespeichert.

Bereits im Jahre 1880 machte der US-amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter die Entdeckung, dass viele technische Nachteile der Edisonschen Walzen beseitigt werden könnten, wenn man die Tonspur spiralförmig in die Oberfläche einer flachen, runden Scheibe eingravieren würde.
Er entwickelte den Prototyp eines entsprechenden Aufnahmeapparats und stellte einige bespielte Wachsplatten her, gab die Versuche aber aufgrund technischer
Probleme wieder auf. Tainters Wachsplatten befinden sich heute im Smithsonian Institute in Washington und gelten als die ersten Schallplatten der Welt.
Unabhängig von Tainter, der seine Ideen nicht publiziert hatte, gelangte im Jahre 1887 der deutsche Erfinder und Industrielle Emil Berliner Emil bei seinen Versuchen mit dem Edison-Phonographen zu einem ähnlichen Verbesserungskonzept. Als Geschäftsmann sah er in der fehlenden Vervielfältigungsmöglichkeit der Wachswalzen den entscheidenden Schwachpunkt und verwendete große Anstrengungen zur Lösung des Problems.
1887 gelang ihm schließlich der entscheidende Durchbruch. Er konstruierte ein Gerät, das die Schallwellen nicht wie bei Edisons Phonographen in vertikale, sondern in horizontale Bewegungen einer Nadel umsetzte. Das hergestellte Original diente als Matrix für die Herstellung weiterer Platten. Am 4. Mai 1887 wurde Berliner für seine Idee das US-Patent No. 372,786 erteilt.