Dienstag, März 18th, 2008

Jazz auf alten Platten

Jazz auf alten Platten

 

Ich kann mich noch an meine Jugend erinnern, als mein Vater versuchte, mir Jazz auf seinen alten Platten nahe zu bringen. Er hatte eine ganze Plattensammlung von seinem Großvater geerbt, sein Vater konnte mit dem amerikanischen Swing nichts anfangen, da während der Zeit des Dritten Reiches Jazz und Swing verpönt war. Alte Stücke aus den dreißiger Jahren – es mussten noch Exemplare aus Schellack sein – schallten jeden Abend aus der Hifi-Anlage aus dem Wohnzimmer meiner Eltern und mein Vater pfiff den Swing von Benny Goodmann und Louis Armstrong mit. Das anheimelnde Hintergrundknistern der über die Jahrzehnte leicht verkratzten Platten begleitete mich durch meine Kindheit und meine Jugend. Und wenn ich an Jazz auf alten Platten denke, werde ich unwillkürlich in die Zeiten unbeschwerter Tage zurückversetzt. Glenn Miller und Frank Sinatra sind für mich heute ein Sinnbild für die gute alte Zeit als Musik noch handgemacht und Musiker noch richtige Künstler waren und keine Mischpultregler. Als in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts der so genannte Cool Jazz aufkam, versorgte sich mein Vater als junger Mann mit der typischen Musik, die sich nur während dieses Jahrzehnts hielt. Wo sich die Raritäten jetzt befinden, weiß leider keiner mehr, denn mein Vater ist vor ein paar Jahren gestorben. Wem er seine alten Jazzplatten vermachte – ein ewiges Rätsel. Hin und wieder stöbere ich in letzter Zeit auf Flohmärkten und kann mitunter die Titel wieder erkennen, die mich durch meine Kindheit begleitet hatten. Swing, Be Bop, der frühe Charleston, die virtuosen und melancholischen Trompetenklänge von Miles Davis – bei dieser Musik erinnert man sich gern an vergangene Tage.

 

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Mittwoch, März 5th, 2008

Jazz auf alten Platten

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